Paperboy

Bryce Canyon National Park – Sehenswürdigkeiten

Bryce Canyon National Park ist ein im Südwesten Utahs gelegener Nationalpark, der trotz seiner verhältnismäßig abgeschiedenen Lage im Jahr 2016 über zwei Millionen Besucher anzog.

Der namensgebende Bryce Canyon ist kein „echter“ Canyon, sondern eine Sammlung sogenannter natürlicher Amphitheater entlang der östlichen Seite des Paunsaugunt-Plateaus – Felskessel, die durch Erosion entstanden sind. Seinen Status als Nationalpark erhielt der Park im Jahr 1928 zum Schutz der „Hoodoos“, farbiger Felstürme, die durch Frost und ebenfalls durch Erosion entstanden und hier in größerer Zahl auf dichtem Raum vorkommen als überall sonst auf der Welt. Diese Felsformationen schillern in rot, orange und weiß und der „steinerne Wald“ bietet Besuchern spektakuläre Anblicke.

Was kann im Bryce Canyon in welcher Zeit unternommen werden?

In 3 Stunden
Wenn du nur wenig Zeit hast, also vielleicht nur auf der Durchreise bist, kannst du auch in nur wenigen Stunden die Schönheiten des Bryce Canyon genießen – mit dem Auto. Alle Parkplätze liegen entlang der größten Attraktionen. Keinesfalls entgehen lassen solltest du dir in dieser Zeit folgende Aussichtspunkte: Sunrise, Sunset, Inspiration und Bryce.
An einem halben Tag
Wenn du einen halben Tag erübrigen kannst, starte die Tour von Rainbow Point aus über die wichtigsten Aussichtspunkte entlang der Parkplätze. Zum Schluss kannst du dann eine kurze Wanderung entlang des Rim Trails zum Haupt-Amphitheater, dem Bryce Amphitheater, anhängen.
An einem ganzen Tag
Ein ganzer Tag im Park eröffnet die Chance auf eine Wanderung entlang eines der Trails durch den Park während der Fahrt entlang der Aussichtspunkte. Vom Rainbow Point, dem höchstgelegenen Punkt des Parks aus, gibt es an etlichen Stellen die Möglichkeit, etwa zwei Meilen lange Rundwanderungen einzuschieben, die immer zum jeweiligen Aussichtspunkt zurückführen, so zum Beispiel Mossy Cave, Bristlecone Loop oder auch Queens Garden. Bei entsprechenden Wetterbedingungen beträgt die Weitsicht im Park teilweise über einhundert Meilen!
An mehreren Tagen
Ein mehrtägiger Aufenthalt bietet natürlich die meisten Möglichkeiten, um nicht nur alle Attraktionen des Parks zu sehen und mehrere Wanderungen zu unternehmen, sondern auch um den Park zu jeder Tages- und Nachtzeit bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu genießen. Sonnenauf- und –untergänge sind ebenso spektakulär wie Vollmondwanderungen. Zudem kannst du dich auch geführten Touren anschließen oder den Park vom Rücken eines Pferdes oder Maultieres erkunden. Verpass keinesfalls Sonnenauf- und untergang über den Hoodoos. Außerdem bleibt noch genug Zeit, sich im Museum und dem Besucherzentrum inspirieren und beraten zu lassen oder einkaufen und natürlich essen zu gehen.

Wo liegt der Bryce Canyon NP?

Gelegen ist der Nationalpark im Südwesten Utahs. Er erstreckt sich über eine Fläche von 145.000 Quadratkilometern. Nächstgelegene Städte sind Panguitch und Tropic. Der Park grenzt an die Paunsaugunt-Hochebene. Paunsaugunt ist das Wort der Paiute-Indianer für „Heimat des Bibers“. Besucher kommen auf der Seite der Hochebene an und haben einen Ausblick vom Plateau über das darunter liegende Tal und den Paria-Fluss. Das andere Ende des Tals wird vom Kaiparowits-Plateau begrenzt.

Anreise zum Park

Lage Bryce Canyon National Park
Lage Bryce Canyon National Park

Die Anreise mit dem Auto oder Wohnmobil ist kein Problem, da der Park gut in das Fernstraßennetz eingebunden ist. Der Scenic Byway 12 und andere State Highways decken weite Teile des Bryce-Canyon-Gebietes ab. Von St. George führt die Route beispielsweise auf der I 15 bis zur Abfahrt 16, dann weiter auf der UT 9 und bis zur US 89, von dort nördlich weiter auf die UT 12 und dreizehn Meilen weiter östlich bis zum Eingang des Parks.

Direkt am Eingang des Parks am Highway 63 gelegen ist das Ruby’s Inn, das Motel, Laden, Raststätte und Lokal in einem ist. Etwa eine Meile weiter den Highway herunter liegt das Besucherzentrum des Parks. Wenn du eine Rundreise durch die USA unternimmst, erreichst du den Park innerhalb weniger Fahrstunden beispielsweise von Denver, Los Angeles oder Las Vegas aus.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Park allerdings nicht zu erreichen, selbst der nächste Greyhound-Stop ist weit entfernt.

Öffnungszeiten Bryce Canyon-Nationalpark

Ruby’s Inn am Eingang zum Bryce Canyon NP
Ruby’s Inn am Eingang zum Bryce Canyon NP

Der Park ist das ganze Jahr zugänglich. Das Besucherzentrum ist täglich geöffnet, außer an Thanksgiving, dem 25. Dezember und dem 1. Januar. Nach Labor Day bis Memorial Day sind die Öffnungszeiten von acht Uhr bis achtzehn Uhr, nach Memorial Day bis Labor Day von acht bis zwanzig Uhr. Im Besucherzentrum wird auch ein etwa zwanzigminütiger Film über den Park gezeigt, der eine erste Orientierung bietet.

Der Eintritt für einen Privat-Pkw samt Insassen beträgt dreißig Dollar für sieben Tage, für ein Motorrad fünfundzwanzig Dollar für sieben Tage, und für eine Person zu Fuß fünfzehn Dollar für sieben Tage.

Im Eintrittspreis eingeschlossen ist der Shuttle-Service des Parks, der vom 15. Mai bis zum 30. September betrieben wird und an den wichtigsten Aussichtspunkten, Ruby’s Inn und dem Besucherzentrum hält.

Beste Reisezeit für den Bryce Canyon

Beste Reisezeit für den Park ist wohl in den Monaten Juni bis Oktober. Ab September wird es deutlich leerer und ruhiger, allerdings kann es dafür nachts auch schon frostig werden. Auch im Frühling ab Ende März ist es oft noch sehr kalt, aber die Natur erwacht und die Flora ist besonders schön. Im Winter fällt reichlich Schnee im Park. Schneepflüge räumen die Straßen zu den Aussichtspunkten. Im Sommer wird es tagsüber heiß, gelegentlich gibt es Gewitter. Da die Höhenunterschiede im Park und somit die Klimabedingungen stark schwanken, ist der Zwiebellook am besten geeignet.

Bryce Canyon Panorama
Bryce Canyon Panorama

Dank seiner hohen Lage ist der Bryce Canyon National Park wie kaum ein anderer Nationalpark auch für Wintersport wie Schneeschuhwanderungen oder Langlauftouren geeignet. Der Park ist Heimat von etwa sechzig Tierarten, darunter Maultierhirsche, Gabelböcke und Präriehunde. Da der Park sich aufgrund der wechselnden Höhenlagen über drei Klimazonen erstreckt, ist die Flora sehr vielfältig, von Nadelhölzern bis hin zu Kakteen und Yucca-Pflanzen.

Darauf solltest Du bei deinem Besuch achten

Es wird nicht empfohlen, Haustiere mitzubringen. Wenn du dein Haustier mitbringen möchtest, musst du beachten, dass Tiere immer angeleint und unter Aufsicht sein müssen. Natürlich solltest du kein Tier im Auto lassen. Fahrräder dürfen nur auf den asphaltierten Wegen benutzt werden. Zwischen Mitte April und dem späten September kannst du dich im General Store (zwischen dem North Campground und Sunrise Point) mit Lebensmitteln und Camping-Ausrüstung eindecken sowie duschen und Wäsche waschen. Außerhalb dieser Zeiten geht das direkt am Parkeingang im Ruby’s Inn.


Die Sehenswürdigkeiten im Bryce Canyon

Top 10 der Highlights im Nationalpark:

Blick in den Bryce Canyon
Blick in den Bryce Canyon

Einige der beliebtesten und schönsten Attraktionen des Parks sind:

  • die Aussichtspunkte Sunrise, Sunset, Bryce und Inspiration
  • der Sternenhimmel im Park
  • die größte Felsformation Bryce Amphitheater
  • der Hoodoo Thor’s Hammer, ein Wahrzeichen des Parks
  • die beeindruckende Felsformation Wall Street, Teil des Navajo Loop
  • der Fairyland Canyon – sehr schön und nicht überlaufen
  • Queen Victoria, ein Hoodoo, in dem man tatsächlich die Königin erkennen kann
  • der Rim Trail, ein Fußweg entlang der wichtigsten Aussichtspunkte
  • der Peek-A-Boo Loop, also der “Kuckuck!”-Weg, der auf seinen zehn Kilometern ständig mit überraschenden neuen Ausblicken belohnt
  • die Pferde- und Maultiertouren durch den Park

Das Besucherzentrum liegt etwa eine Meile hinter dem Eingang des Parks. Hier findest du alle tagesaktuellen Informationen zu Veranstaltungen, besonderen Wanderungen und Führungen. Außerdem kannst du hier auch die Genehmigung erwerben, im Park campen zu dürfen.

Das Bryce-Museum ist ein hervorragender Anlaufpunkt, denn hier kannst du nicht nur Dioramen mit 800 Tierarten, indianische Kunstgegenstände und Schmetterlinge sowie Käfer besichtigen, sondern auch ATVs und Fahrräder ausleihen.

Regelmäßig finden auch besondere Veranstaltungen statt, wie im August der Bryce Canyon Rim Run, eine Strecke von sechs Meilen entlang der Kante des Bryce Canyon, oder das Bryce Canyon Winterfest, bei dem du von Langlauf über Schneemobiltouren und Bogenschießen bis hin zu Schneeskulpturen alles genießen kannst. Wer besonders fit ist, nimmt im Sommer am Halbmarathon teil, der vom Ruby’s Inn startet und bis nach Tropic führt. Die genauen Termine für das Jahr werden online veröffentlicht und natürlich auch im Besucherzentrum mitgeteilt.

Wandern, Sportliche oder sonstige Aktivitäten, Camping

Die Parkverwaltung bietet die Möglichkeit, mittels eines Online-Wanderführers deine perfekte Tour zu planen. Außerdem kannst du auch eine virtuelle Tour unternehmen, um dich vorab schon einmal mit den großartigen Ausblicken und dem Terrain vertraut zu machen. Und auch das Besucherzentrum steht natürlich mit Rat und Tat zur Seite.

Bei Wanderungen mitführen solltest du auf jeden Fall genügend Wasser, geeignete Wanderschuhe, Regenausrüstung, Karte und Kompass, Energieriegel, eine Taschenlampe, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, Sonnenschutz und Sonnenbrille sowie einen Hut als Sonnenschutz. Im Winter kann es sehr kalt werden, der Lagenlook ist die beste Lösung. Im Sommer wird es hingegen sehr heiß, sodass ausreichend Wasser wichtig ist. Natürlich solltest du unbedingt eine Kamera oder dein Smartphone mitnehmen, denn es gibt zahllose spektakuläre Fotomotive!

Trails & Wanderwege im Bryce Canyon

Der Park bietet eine große Auswahl an Trails verschiedener Längen und Schwierigkeitsgrade. Das Besucherzentrum gibt detaillierte Informationen über die Wegstrecken heraus. Viele der Trails kreuzen einander, sodass du auch individuelle und längere Touren kombinieren kannst. Es gibt leichte Wanderungen von unter zwei Kilometern, so beispielsweise den Rim Trail, der Sunset und Sunrise Point verbindet, oder den Mossy Cave Trail.

Mittelschwere Touren sind zum Beispiel der Swamp Canyon Loop mit sieben Kilometern Länge oder der Navajo Loop, der drei Kilometer lang ist. Sehr anspruchsvoll sind der zehn Kilometer lange Peek-A-Boo Loop, der 550 Höhenmeter überwindet, oder der Riggs Spring Loop mit knapp vierzehn Kilometern Länge.

Ein Highlight für Fotografen und Astro-Freunde

Besonders spektakulär ist der Park für Astronomie-Freunde. Er ist bei Nacht aufgrund der abgeschiedenen Lage eine der dunkelsten Gegenden in Nordamerika. Während am Nachthimmel mit bloßen Auge normalerweise durch Lichtverschmutzung weniger als zweitausend Sterne sichtbar sind (in hellen Großstädten oft weniger als ein Dutzend), bietet der Park den Ausblick auf 7.500 Sterne! Die Andromeda-Galaxie ist mit dem bloßen Auge sichtbar. Im Juni wird jeweils das Bryce Canyon Astronomy Festival veranstaltet, das jeweils tausende von Besuchern anzieht. Zu Ehren dieses Festivals bekam Asteroid 49272 den Namen des Nationalparks verliehen.

Ganzjährig werden bei Vollmond geführte Mondlicht-Wanderungen von etwa zwei Meilen Länge angeboten. Sämtliche aktuelle Termine stellt das Visitor Center zur Verfügung. Diese Nachtwanderungen sind für Kinder unter sechs Jahren und für Rollstuhlfahrer nicht geeignet. Bei der Anmeldung musst du nachweisen, dass du geeignete Wanderschuhe hast. Die Vollmondwanderungen sind sehr beliebt, sodass am Tage der Wanderung eine Lotterie für die Tickets stattfindet! Für die Auslosung müssen alle Mitglieder deiner Gruppe anwesend sein, und es gibt auch nur ein Ticket für die gesamte Gruppe. Diese Lotterie findet von Frühling bis Herbst statt. Im Winter gibt es Schneeschuh-Vollmondwanderungen, für die keine Verlosung nötig ist, lediglich eine Schneehöhe von mindestens vierzig Zentimetern.

Geführte Pferde- & Reittouren durch den Park

Wenn du nicht selbst durch den Park laufen möchtest, kannst du auch reiten, entweder auf Pferden oder auf Maultieren. Es gibt zwei- oder vierstündige Touren mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, auch für Reit-Anfänger sind Angebote dabei. Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, diese Touren nur mit Kindern ab zehn Jahren zu unternehmen. Auch mit dem Fahrrad lässt sich der Park entlang der asphaltieren Wege erkunden. Mountainbikes kannst du im Park mieten.

ATV / Quad-Tour

Eine weitere, sehr amerikanische Alternative ist eine Tour mit einem ATV, also einem All Terrain Vehicle. Diese Buggy-Fahrzeuge führen in geführten Gruppen in einstündigen oder anderthalbstündigen Touren durch die Region.

Wintertouren

Je nach Wetterlage werden im Winter auch Langlauf- und Schlittentouren angeboten. Das Besucherzentrum hat immer die aktuelle Informationen.

Der Park bietet ganzjährig einen „Geology Talk“ an, bei dem du dich informieren kannst, wie der Bryce Canyon entstanden ist.

Camping & Übernachten im Bryce Canyon

Das Campen unmittelbar im Park ist möglich: Es gibt den North Campground und den Sunset Campground. Teile des North Campgrounds sind ganzjährig geöffnet, der Sunset Campground und weitere Teile des North Campgrounds vom späten Frühling bis in den frühen Herbst. Pro Zelt werden zwanzig Dollar fällig.

Wer im Park campen möchte, benötigt einen „Back Country Camping Permit“, der für vierzehn Tage fünf Dollar pro Person kostet und im Besucherzentrum verkauft wird. Außerdem bietet die Bryce Canyon Lodge mit ihren 114 Zimmern von April bis Mitte November eine weitere Möglichkeit der Übernachtung direkt im Park.

Entstehung & Geschichte des Bryce Canyon-Nationalparks

Besiedelt wurde die Gegend rund um den Bryce Canyon in den fünfziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts durch mormonische Pioniere. Seinen Namen hat der Canyon von Ebenezer Bryce, einem schottischen Mormonen, der sich 1874 hier niederließ und am Bau von Bewässerungssystemen und Zugangswegen beteiligt war. Allerdings gibt es Anzeichen für menschliche Ansiedlungen schon lange vorher. Archäologische Funde belegen, dass schon vor etwa zehntausend Jahren Menschen hier lebten.

Als die Anasazi-Indianer die Gegend aus ungeklärten Gründen verließen, folgten ihnen die Paiute-Indianer, die in den Hoodoos mystische Wesen sahen, die sie „rot bemalte Gesichter“ nannten. Sie nutzten die Landschaft als Jagd- und Sammelgründe für ihre Nahrung. Wechselnde Phasen von Dürre und Überflutungen vertrieben letztlich sowohl die Indianer als auch die Mormonen.

Aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit und der einzigartigen Hoodoos wurde Bryce Canyon aber zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zum Anlaufpunkt für Besucher. Straßen, Eisenbahnstrecken und Hotels wurden geschaffen, um die abgelegene Gegend für Touristen zu erschließen. Schon früh wurde begonnen, die zerbrechlichen und empfindlichen einmaligen geologischen Formationen des Parks zu schützen. In den 1920er Jahren ging das gesamte Land in Staatsbesitz über, 1923 bekam der Park den Status eines National Monument, und am 25. Februar 1928 wurde offiziell der Bryce Canyon National Park gegründet.

Rating: 5.0. From 1 vote.
Please wait...

Kommentar schreiben