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hunde Verhalten
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Hund
| Hund: Verhalten und
Probleme. |
Allgemeines
Hunde sind wundervolle Kumpane des Menschen, wenn sie
tiergerecht gehalten und behandelt werden. Es gibt kaum ein anderes Lebewesen, das so häufig missverstanden wird wie der
Hund. In unserer Überflussgesellschaft werden Hunde einerseits oft
vermenschlicht, andererseits aber auch gefühlslos abgeschoben.
Bevor man einen Hund kauft oder selbst Hunde züchtet, sollte man sich alles ganz genau überlegen. Vielleicht wird der
Hund 15 Jahre alt und man trägt während dieser ganzen Zeit
eine grosse Veranwortung für sein Leben und sein Wohlbefinden. Hunde sind
Lebewesen, keine Ware, kein Spielzeug, keine Waffen und auch keine Prestigeobjekte.
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| Sozialverhalten |
Hundeverhalten ist in Form
und Häufigkeit mehr oder weniger verändertes Wolfsverhalten. Die in der
Wildnis im Rudel zusammenlebenden Tiere entwickeln eine Rangordnung, die
ausserordentlich differenziert ist und mittels Mimik und Körpergesten
bestätigt oder verändert wird. Zähne blecken, Rückenhaare sträuben, Kopf und
Rute erheben sind Zeichen der Überlegenheit; Kopf senken, Einziehen des
Schwanzes etc. dagegen Unterwürfigkeitsgebärden.
Wenn sich Hunde zu Meuten zusammenfinden, z.B. im Tierheim oder als
Schlittenhunde, beginnt das Rudelverhalten mit seinen Rangordnungskämpfen
wieder voll zu spielen. Beim Sozialverhalten der Hunde spielt der
Geruchssinn eine wichtige Rolle. Er ist Teil der innerartlichen
Verständigung. So beschnuppern die Hunde die Genitalien, um das Geschlecht
des anderen festzustellen. Rüden erhalten dadurch auch Informationen über
den Zyklus der Weibchen. An bestimmten Orten hinterlassene Urinspritzer
liefern anderen Hunden Information über den "Absender". Ausscheidungen
werden intensiv beschnuppert. Man verständigt sich mit Duftmarken. Welpen
sollten mindestens 12 Wochen in der Wurfgemeinschaft verbringen, um
"Sozialkunde" und "Sprachunterricht" zu erlernen.
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| Verhaltensstörungen |
Verhaltensstörungen bei
Hunden sind recht häufig. Beispiele sind Selbstverstümmelung, dauerndes
Scharren und Kratzen an ungeeigneten Gegenständen und Einrichtungen,
Schreckhaftigkeit, abnorme Aggressionsbereitschaft, Angstbeissen, extreme
Ängstlichkeit und vieles mehr. Gründe können schlechte Bedingungen in der
Jugendentwicklung, falsche Behandlung, erbliche Vorbelastungen, häufig aber
eine nicht hundegerechte Haltung sein. Gegen Verhaltensstörungen kann man
Massnahmen ergreifen und sich durch Fachleute beraten lassen. Daneben gibt
es die Wesensmängel, welche rassetypisch sein können. Hier sind die
Rasseclubs gefordert, solche Hunde nicht mehr in die Zucht miteinzubeziehen
und wesensstarke Tiere zu fördern. Eine Wesensprüfung vor dem Kauf ist dazu
geeignet, Hunde mit problematischer Veranlagung und mit Wesensmängeln zu
erkennen. Daneben sind Dinge wie Hypersexualität bei jungen Rüden, die ihre
sexuelle Energie nicht ausleben können, Benagen von Gegenständen, Futter
stehlen, nervöse Trennungsangst, Aggressivität gegen Besucher, den Meister
oder andere Hunde, extremes Bellen etc. in den meisten Fällen korrigierbar.
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| Mensch-Tier-Verständigung |
Es gibt kaum ein Lebewesen,
das so freudig erregt und mit höchster Aufmerksamkeit auf ein Zeichen seiner
Bezugsperson wartet. Obschon Mensch und Hund andere "Sprachen" sprechen,
sind allein schon Dinge wie Körperhaltung, Mimik, Tonfall der Stimme
beiderseits klare Hinweise darauf, was der Partner wünscht. Man muss nicht
zweimal raten, was der winselnde, scharrende oder knurrende Hund wohl
möchte. In der Familie hat sich der Hund unterzuordnen und zu gehorchen. Für
den Hund ist es wichtig, dass seine Stellung in der Familie klar ist, d.h.
er sollte in der Rangordnung nicht über dem Menschen stehen. Der Hund kann
sich besser zurecht finden, wenn die Rangordnung klar gegeben ist und die
Familienmitglieder unter sich auch einig sind.
Tiere "reden" mit ihren Artgenossen durch Körperhaltung, Schwanzstellung,
Mimik, Lautäusserungen und vielem mehr. Ist der Mensch Kumpan und
Artgenossenersatz, dann muss er versuchen, das grosse Defizit ein bisschen
wettzumachen. Dies tut er am besten, indem er ruhig mit seinen Schützlingen
spricht. Tiere sind ausserordentlich lernfähig und kapieren sehr schnell,
was Wörter, Tonlagen oder Gesten bedeuten.
Die täglichen Spaziergänge an der Leine, das Spiel auf der Wiese, die
Konfrontation mit wechselnden Umgebungen und das Zusammenarbeiten in der
Hundeschule geben Gelegenheit, die Mensch-Tier-Verständigung in allen
Feinheiten zu erlernen und zu üben. Beim Hund geht es soweit, dass er später
auf unsere eigene Gemütslage eingeht, sogar tröstend auf einen wirken kann.
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| Unerwünschtes Verhalten |
Viele Verhaltensweisen, die
eigentlich zum normalen Verhaltensrepertoire des Hundes gehören, können im
Rahmen des Zusammenlebens zwischen Mensch und Tier problematisch und damit
unerwünscht sein. Aggressives Verhalten wie Schnappen oder Beissen ist unter
Hunden normal, etwa wenn es um soziale Auseinandersetzungen geht. Hingegen
kann dieses Verhalten, wenn es auf Menschen gerichtet ist, nicht toleriert
werden und es gilt, die Ursachen zu erkennen und den Hund zu therapieren.
Auch das Verfolgen von bewegten Objekten wie Joggern, Radfahrern, Skatern
oder Reitern sollte dem Hund abgewöhnt werden. Gerade im Fall von Reitern
kann dies böse Unfälle zur Folge haben, zumal nicht alle Pferde einem
heranrasenden Hund mit Gelassenheit begegnen. Also im Zweifelsfall den Hund
anleinen!
In der Wohnung ist das Benagen von Einrichtungen, das Betteln bei Tisch, das
unablässige Heulen und Bellen bei Abwesenheit der Bewohner oder die
Inbesitznahme und aggressive Verteidigung von "Möbelstücken" wie Bett oder
Couch problematisch. Auch hier gilt, dem Hund diese Verhaltensweisen
abzugewöhnen. Es gibt genügend Ratgeber in Buchform, aber auch
Beratungsstellen und Therapeut(inn)en, welche weiterhelfen können. Das A und
O der Hundeerziehung ist, wie bei den Kindern, Konsequenz. Zudem sollten in
der Familie alle das selbe Ziel verfolgen.
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| Launenbarometer |
Als Hundehalterin oder
Hundehalter lernt man im Laufe der Jahre die meisten Signale seines
Vierbeiners kennen. Schon der Gesichtsausdruck und die Körperhaltung zeigen
unmissverständlich, ob das Tier beleidigt, unterwürfig, aggressiv,
Liebkosungen heischend, drohend, sexuell erregt, hungrig, zum Spielen
auffordernd, sehr schläfrig, gelangweilt oder wie auch immer gestimmt ist.
Auch umgekehrt funktioniert dies bestens: Der Hund spürt haargenau, was mit
der eigenen Stimmung gerade los ist, da er uns fortwährend beobachtet.
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| Tierpsychologie |
| In den meisten Fällen
benötigt nicht der Hund, sondern der Mensch einen Psychologen. Meist geht es
nämlich darum, die Ursache für das gestörte Verhalten zu korrigieren. Für
diese Ursachen ist meist der Mensch selbst verantwortlich, da er keine
artgerechte Tierhaltung betreibt. Indem er den Hund vermenschlicht,
verzärtelt und ihm keine Grenzen zeigt. Indem er junge Welpen ankettet,
ihnen nach der Muttertrennung zuwenig Zuwendung schenkt, und sie richtig
"auf den Hund" kommen lässt. |
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