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maus Verhalten
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Maus
| Maus: Verhalten und
Probleme. |
Allgemeines
Mäuse leben in kleinen Rudelverbänden und sind überwiegend
nachtaktiv. Es sind Allesfresser, bevorzugen jedoch Getreide und
Getreideprodukte wie Brot und süsses Gebäck. Ein Weibchen kann im
Laufe eines Jahres über 100 Junge zur Welt bringen. Diese enorme
Fortpflanzungsleistung ist für Mäuse, auf die ganze Heerscharen von
Feinden warten, biologisch sinnvoll. Als gesellige Sippentiere
sind Mäuse zur Einzelhaltung nicht geeignet. Der Mensch kann
keinesfalls die Rolle eines Ersatzpartners übernehmen. Neben rein
weissen Albinos mit roten Augen gibt es eine
ganze
Skala von Farbvarianten. Dann gibt es noch die Tanzmäuse, von deren
Anschaffung wir jedoch abraten, da sie eine Qualzucht sind und ihr
Gleichgewichts-organ beeinträchtigt ist.
Die kleinen possierlichen Tiere sind für Kleinkinder nicht geeignet, da die
Kleinkinder noch nicht über die nötige Feinmotorik verfügen.
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| Sozialverhalten |
Mäuse leben in kleinen
Rudelverbänden und sind ausgesprochen soziale Tiere. Sie brauchen den
Kontakt zum Artgenossen und betreiben soziale Körperpflege, indem sie sich
das Fell an schwer zugänglichen Körperstellen gegenseitig durch Belecken
putzen. Der Mensch kann die Partnerrolle keinesfalls befriedigend
darstellen. Das Leben in der Gruppe erfordert eine klare Rangordnung, wobei
das ranghöchste Männchen die Führungsrolle übernimmt. Im allgemeinen leben
die Mäuse friedlich zusammen, sofern die Tiere aus der gleichen
Wurfgemeinschaft stammen. Bei Neuankömmlingen kann es zu Streit kommen.
Unter den Männchen einer Sippe brechen ab und zu Rangordnungskämpfe aus. Die
Gegner trommeln mit den Vorderpfoten aufeinander ein. Das unterlegene Tier
richtet sich steil auf, legt die Vorderpfoten an den Körper und bietet die
Kehle ungeschützt dar. Auch Weibchen können streiten, z.B. um die besten
Nistplätze, doch wird dies schnell beigelegt. Bei falscher Haltung, d.h. zu
kleinen Platzverhältnissen, können die Streitereien und Rangordnungskämpfe
zu schweren Verletzungen oder bis zum Tod führen.
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| Verhaltensstörungen |
Rangordnungskämpfe unter den
Männchen und die dazugehörigen Beissereien sind normale Erscheinungen im
Sippenleben der Mäuse. Hier kann man nicht von Verhaltensstörungen sprechen.
Auch alle mit Brunst und Paarung auftretenden Verhaltensweisen sind normal
und gehören zum Mäusealltag. Hingegen sind z.B. Gitternagen oder ziel- und
endloses Hangeln an den Gitterstäben Verhaltensstörungen, die auf eine nicht
mäusegerechte Haltung schliessen lassen.
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| Mensch-Tier-Verständigung |
Am besten lernt man Mäuse zu
verstehen, indem man ihr Leben in Grossfamilien und ihr natürliches
Verhalten genau beobachtet. Je abwechslungsreicher und den Bedürfnissen der
Mäuse entsprechender der Lebensraum eingerichtet ist, d.h. tief eingestreut
und Oberfläche vielseitig strukturiert, desto mehr werden die Tiere durch
ihr Verhalten über sich selbst verraten. So kann etwa beobachtet werden, wie
die Gänge und Unterschlupfe gebaut werden oder dass Mäuse sehr gute
Kletterer sind. Man versteht dann besser, dass auch ein kleines Tier wie die
Maus unsere ganze Aufmerksamkeit in der Betreuung und Haltung verdient.
Mäuse werden schnell zahm und fressen aus der Hand, wenn man dabei ruhig
bleibt.
Tiere "reden" mit ihren Artgenossen durch Körperhaltung, Schwanzstellung,
Mimik, Lautäusserungen und vielem mehr. Ist der Mensch Kumpan und
Artgenossenersatz, dann muss er versuchen, das grosse Defizit ein bisschen
wettzumachen. Dies tut er am besten, indem er ruhig mit seinen Schützlingen
spricht, wie er eben auch mit einem anderen Menschen reden würde. Tiere sind
ausserordentlich lernfähig und kapieren sehr schnell, welches Wort oder
welche Tonlage was bedeutet.
Die Maus ist ein wehrloses Nagetier, das ständig fluchtbereit ist. Seine
Waffe ist die blitzschnelle Flucht ins Versteck. Dies bedeutet, dass sich
Vertrautheit mit einem Menschen - von echter Verständigung wollen wir nicht
sprechen - nur bei gutem Wohlverhalten des Menschen einstellt. Dies ist am
besten mit kleinen Leckerbissen zu erreichen - man fängt ja bekanntlich
Mäuse mit Speck. Bald kann man sie sogar am Rücken oder Nacken zart
streicheln. Bei falschem oder unbedachten annähern, kann die Maus auch
zubeissen.
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| Unerwünschtes Verhalten |
Kleine weisse Albinos oder
Farbmäuse benötigen keinen Auslauf in der Wohnung, es wäre auch viel zu
gefährlich für die zierlichen Tiere und sie könnten sich in den kleinsten
Spalten verstecken. Wenn der Käfig gross genug ist und man die Mäuse
regelmässig auf sich selbst oder auf einem Tisch herumkrabbeln lässt, kann
man "unerwünschtes Verhalten" weitgehend vermeiden. Als Nager werden sie bei
freiem, unbeaufsichtigtem Auslauf natürlich überall nagen und dabei Möbel,
Tapeten, Holzleisten, Teppiche beschädigen. Unerwünscht dürfte auch der
Umstand sein, dass sie überall ihren Mäusekot ablegen und das erweiterte
Revier mit Urin markieren. Im Käfig bedeutet Gitternagen meist fehlende
Beschäftigung.
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| Launenbarometer |
Da der Mensch weder die
Duft- noch die Lautsprache der Mäuse wahrnimmt, ist er weitgehend auf die
Deutung der Körpersprache angewiesen, um einen Stimmungszustand zu erkennen.
Abwehrhaltungen, Meideverhalten, Drohstellungen, Kampfbereitschaft
(Beissgefahr) sind ziemlich klar erkenntlich. Mäuse können todesmutig sein
und sich gar einer Katze in den Weg stellen. Ein wirklich ungewöhnlicher
Umstand!
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| Tierpsychologie |
| Die kleine anpassungsfähige
Maus beherrscht wie kein anderes Tier die Kunst des Überlebens. Obwohl die
im Heim gehaltenen Farbmäuse im Wesen sanfter und weniger scheu sind, haben
sie doch die Verhaltensweisen der wildlebenden Hausmaus beibehalten. Wer
also gleichsam einen Einblick in die Psyche dieser interessanten Tiere
hinter sich hat, wird bei der Haltung und Betreuung auf seine Rechnung
kommen und staunen. |
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