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streifenhoernchen Verhalten
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Streifenhörnchen
| Streifenhörnchen:
Verhalten und Probleme. |
Allgemeines
Streifenhörnchen sind nicht domestizierte Tiere. Trotzdem können
sie meist schnell handzahm und zutraulich werden, wenn man die nötige
Geduld aufbringt. Als wahre Kletterkünstler haben sie einen
ausgeprägten Bewegungsdrang, den sie unbedingt ausleben müssen. In
einem kleinen Käfig eingesperrt würden sie schnell verkümmern. Streifenhörnchen wollen tagsüber ohne Unterlass springen, hüpfen, laufen, klettern und dabei ständig fressen. Sie müssen
also Auslauf erhalten und sich grossräumig austoben können. Dass dabei
Futterreste wie Erdnussschalen
auf den Teppich fallen und kleine Kotwürstchen und Harnpfützchen anfallen,
muss toleriert werden. Wer dies nicht mag, sollte die Finger davon lassen.
Keine Streifenhörnchen halten! Streifenhörnchen haben einen
ungeheuren Drang nach Bewegung. Sie brauchen so geräumige Käfige, dass sich
das fast niemand in seiner Wohnung erübrigen kann. Zudem brauchen die Tiere
täglich Auslauf in grossen Zimmern und sind nur tagsüber aktiv. Wer also
ausser Haus arbeitet, ist für die Haltung schon ungeeignet. Für kleine
Kinder sind Streifenhörnchen keine Streicheltiere. Es gibt zu viele Gründe,
welche gegen eine Haltung sprechen!
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| Sozialverhalten |
Das Streifenhörnchen lebt in
seinen Herkunftsländern in lockeren Kolonien, ist also kein eigentliches
Sippen- oder Familientier wie etwa die Ratte oder die Maus. Innerhalb der
Kolonie hat jedes erwachsene Tier sein festes (Nahrungs)territorium. Dieses
wird markiert und gegen Eindringlinge heftig verteidigt. Wenn es
schliesslich zu Kämpfen kommt, kann es bei Streifenhörnchen ziemlich wild
zu- und hergehen. Der Schwächere wird gebissen und verjagt. Bei manchen
Tiere führen diese Kämpfe zum Tod. Es ist also ratsam, im Käfig in jedem
Falle ein Einzeltier zu halten, um solche Probleme, die bei geringem Platz
noch viel schlimmer ablaufen, zu vermeiden. Im Grunde sind Streifenhörnchen
nur während der Paarungszeit und als Jungtiere "gesellig" und sozial.
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| Verhaltensstörungen |
Verhaltensstörungen und aus
Menschensicht unerwünschtes Verhalten treten meistens auf, weil die Tiere
nicht tiergerecht gehalten werden. Die Tiere können ihr natürliches
Bewegungsbedürfnis nicht ausleben und/oder der Käfig ist zu klein. Daraus
resultieren oft Stereotypien, d.h. in diesem Falle sich stetig wiederholende
Bewegungsabläufe (von einer Käfigseite zur anderen und wieder zurück). Das
Gleiche gilt für Gitterbeissen und Hangeln. Ein anderes Kapitel sind
Beissereien unter Artgenossen. Die Tiere erst gar nicht zu zweit halten.
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| Mensch-Tier-Verständigung |
Der erste Schritt zur
Verständigung ist das Bemühen, soviel als möglich über das Leben des
Streifenhörnchens in freier Natur in Erfahrung zu bringen. So wird es bald
möglich sein, Körperhaltung, Verhaltensweisen, Lautäusserungen richtig zu
deuten. Man wird beispielsweise feststellen, dass die Tiere ihren buschigen
Schwanz in S-förmigen seitlichen Schlängelbewegungen hin und her krümmen,
wenn ihnen etwas nicht ganz geheuer ist. Dies können fremde Gerüche, neue
Menschen oder aussergewöhnliche Situationen sein. Das Vertrauen zum Halter
wird durch ruhiges Hinhalten des Futters erreicht, bis das Streifenhörnchen
handzahm geworden ist. Es klettert dann auf die Hand und später auf seinen
Menschen mit vertrautem Geruch.
Tiere "reden" mit ihren Artgenossen durch Körperhaltung, Schwanzstellung,
Mimik, Lautäusserungen und vielem mehr. Ist der Mensch Kumpan und
Artgenossenersatz, dann muss er versuchen, das grosse Defizit ein bisschen
wettzumachen. Dies tut er am besten, indem er ruhig mit seinen Schützlingen
spricht, wie er eben auch mit einem anderen Menschen reden würde. Tiere sind
ausserordentlich lernfähig und kapieren sehr schnell, welches Wort oder
welche Tonlage was bedeutet.
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| Unerwünschtes Verhalten |
Der schmerzhafte Biss in den
Finger und das Benagen von herumstehenden Gummischuhen, von Tapeten,
Teppichen, Möbeln sind aus unserer Sicht "unerwünscht", sind jedoch in der
Regel auf Haltungs- oder Handlingfehler zurückzuführen. Streifenhörnchen,
die ausgesprochen scheu sind, muss man mit viel Geduld an die Hand gewöhnen.
Dann gibt es keine Bisse. Beim Auslauf sollte man die Tiere überwachen.
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| Launenbarometer |
Schlecht gelaunte
Streifenhörnchen gibt es bei guter und tiergerechter Haltung kaum. Die Tiere
sind ausserordentlich lebensfreudig und munter. Es gibt scheue und
zutraulichere Exemplare. Es gibt innerartliches Verhalten, das man als
unverträglich qualifizieren könnte. Zum Beispiel die Beissereien zwischen
den Paaren, das Verjagen der Jungen. Doch ist auch dieses Verhalten mit dem
Einzelleben in Territorien erklärbar.
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| Tierpsychologie |
| Um die Bedürfnisse und das
Verhalten der Streifenhörnchen in Obhut des Menschen richtig einschätzen zu
können, muss man zumindest oberflächlich wissen, wie die Tiere in freier
Natur leben. Darüberhinaus muss man genau abklären, welche Hörnchenart,
zoologisch gesehen, im Käfig sitzt, da es zum Beispiel zwischen Asiatischen
Streifenhörnchen und Chipmunks Unterschiede im Verhalten gibt. Die
psychologisch richtige Einschätzung des Tieres und seiner Gewohnheiten ist
also zunächst eine Wissensfrage. Dazu gibt es Bücher von kompetenten
Spezialisten. Im weiteren kann die Zugkraft des Futters (auch beim
Streifenhörnchen geht die Liebe durch den Magen!) für
verhaltenspsychologische Experimente eingesetzt werden. |
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