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Die tägliche Körperreinigung
Nicht jeder hat ein komfortables Bad. Doch ein Waschbecken oder eine kleine Wanne für die gründliche Reinigung

des ganzen Körpers dürfte wohl in jedem Haushalt zur Verfügung stehen.

Sicher: Es gibt viele, die meinen, ein oder zweimal baden wöchentlich sei vollkommen ausreichend, zu vieles Waschen entziehe der Haut das notwendige Fett. All dies ist falsch. Bedenken Sie: Die Haut ist - wie erläutert - nicht nur zum Schutz des Körpers da. Eine ihrer Hauptfunktionen besteht darin, dass sie ein Ausscheidungsorgan ist. Auf jedem Zentimeter Haut werden permanent - dies gilt auch für die Stunden des Schlafs - Schweiß, Talg- und Schlackenstoffe ausgeschieden. So scheidet der Mensch innerhalb von 24 Stunden oft mehrere Liter Schweiß aus!

Wenn sich nun aber Talgabsonderungen zusammen mit Schmutzpartikeln auf der Haut zu einem dichten Film verbinden, werden nicht nur ihre Funktionen eingeschränkt, sondern es bilden sich Bakterien, und die wiederum führen zu unangenehmen Geruchsbildungen - und zwar schneller, als man denkt.

Genug der Argumente. Wir kommen um die Erkenntnis nicht herum: Wer wirklich tadellos gepflegt sein will der

muss sich darüber im Klaren sein, dass Ganzheitspflege mit der täglichen Reinigung von Kopf bis Fuß beginnt. Nun kann man natürlich auch zuviel des Guten tun. Es gibt viele Menschen, bei denen der Reinigungsdrang geradezu krankhaft übersteigert ist, die sich also mehrmals am Tag von Kopf bis Fuß abseifen. Dies ist natürlich das andere Extrem. Wie oft, so liegt auch hier das richtige Maß in der Mitte. Lassen Sie mich hierzu ein kleines Erlebnis erzählen: Ich hatte während einer Spezialausbildung die Gelegenheit, einen Tag lang eine Universitätshautklinik zu besuchen. Die vielfältigsten Hautkrankheiten bekam ich da das erste Mal vor Augen - ein Erlebnis, das mich noch lange sehr beeindruckte. Was mich aber am Ende dieses Tages am meisten überraschte, war die Tatsache, dass uns einer der Professoren mit den Worten verabschiedete: »Meine Damen, ich habe Ihnen Gelegenheit gegeben, einmal etwas schwerwiegendere Probleme kennen zu lernen, als solche, mit denen Sie in Ihrer täglichen Praxis konfrontiert werden. Sie haben gesehen, welch speziellen und schwierigen Fälle von Hauterkrankungen es gibt. Nehmen Sie nur die schweren Hautinfektionen - auf deren Entstehung der Betroffene oft keinerlei Einfluss hat. Aber wir erleben doch auch viele Hautkrankheiten, an denen unsere Patienten nicht ganz unschuldig sind, weil hier oftmals Fehler bei der Körperpflege die Ursache sind. Ich könnte diese Art von Patienten vielleicht in zwei Kategorien einteilen:

»Die einen waschen sich zu wenig - die anderen waschen sich zu viel. « Wo liegt aber nun die »goldene Mitte«? Sie lässt sich in wenige Hinweise fassen:

· Duschen Sie Ihren Körper täglich einmal gründlich.

· Wenn Ihnen keine Dusche, sondern nur ein Waschbecken zur Verfügung steht, dann benutzen Sie einen Waschlappen, den Sie in warmes Wasser tauchen, um dann den ganzen Körper abzuwaschen.


· Besonders gründlich werden - mit einer milden, möglichst hautschonenden Seife - alle die Stellen gereinigt, wo wir besonders stark schwitzen: also Achselhöhlen, die Genitalgegend und vor allen Dingen auch die Füße.


· Wenn Sie dann den Körper mit einer kühlen oder kalten Dusche oder Waschung erfrischen, sind Sie fit und frisch für den ganzen Tag.

· Sollten Sie eine sehr empfindliche Haut haben, dann beachten Sie: Unser Leitungswasser enthält heute im allgemeinen sehr viel Mineralstoffe, vor allem Kalk und Magnesium und auch Chlor. Sie können die Haut schuppig und rau werden lassen. Im Extremfall können sogar Ekzeme entstehen. Wenn Sie also feststellen, dass Ihre Haut das Leitungswasser nicht ohne weiteres verträgt, müssen Sie es enthärten. Ein wenig Borax (Sie erhalten es in jeder Drogerie) macht das Wasser im Handumdrehen so weich, als käme es aus einer Quelle.

· Wie heiß sollte nun das Waschwasser sein? Dies hängt natürlich in erster Linie von Ihrem Hauttyp und nicht zuletzt auch vom persönlichen Geschmack ab. Als Faustregel lässt sich sagen: Je trockener die Haut, desto weniger heiß sollte das Waschwasser sein. Sicher können Sie mit lauwarmem Wasser gar nichts verkehrt machen. Wer eine sehr robuste Haut hat, kann sich zunächst ganz heiß waschen, um dann eiskalt nachzuspülen. Das ist zwar nicht jedermanns Sache, aber für den, der es verträgt, ganz herrlich, denn besser kann man den Kreislauf morgens nicht anregen.

· Erfrischend und belebend - und dies nicht nur am Morgen - sind auch Wechselbäder. Wenn Sie eine Wanne mit heißem Wasser und eine zweite mit eiskaltem Wasser füllen und ein Wechselbad machen, dann können Sie die Durchblutung von Händen, Armen und Füßen ganz hübsch in Schwung bringen. Sie tauchen Arme oder Füße zunächst zwei bis drei Minuten lang in das heiße Wasser und wechseln dann für etwa 20 Sekunden in das kalte Wasser über. Wenn Sie dies ein paar Mal wiederholt haben, werden Sie die belebende Wirkung ganz schnell spüren.


Wie gesagt, generell gilt: einmal täglich reinigen von Kopf bis Fuß. In besonderen Fällen - etwa wenn Sie am Tag sehr schwer körperlich gearbeitet und entsprechend geschwitzt haben - sollten Sie Ihren Körper auch abends gründlich reinigen. Wichtig ist: Gebrauchen Sie die Seife sparsam, damit Sie Ihrer Haut nicht zuviel Fett entziehen. Und noch ein kleiner Hinweis: Wechseln Sie möglichst alle zwei bis drei Tage Ihre Waschlappen und Handtücher. Denn trotz der gründlichsten Reinigung bleibt es nicht aus, dass sich in ihnen Schmutz und Seifenreste sowie Hautpartikelchen sammeln.


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